Advent – Zeit der Sehnsucht

Advent. Besonders bei Kindern eine der beliebtesten Zeiten im Jahr. Adventskalender, gespannte Erwartungen, Geheimnisse, Plätzchen backen und vieles mehr. Gleichzeitig atmet die Adventszeit eine besondere Bedeutung. Menschen sind netter zueinander als sonst, spenden auf einmal für Bedürftige und gehen sogar in die Kirche 😉 Advent: Zeit der Sehnsucht. Nach dem Leben, das wir uns im tiefsten Inneren wünschen. Was für eine schöne Zeit!

Jesus kommt an

Advent bedeutet „Ankunft“ – aber das Wort meinte in der Antike  nicht, dass einfach irgendwer irgendwo ankommt. Es wurde eher genutzt  für die Thronbesteigung eines Herrscher oder die Ankunft einer Gottheit  im Tempel. Passt also. Advent als Zeit des Wartens und Vorbereitens auf die Ankunft Jesu Christi; auf die Ankunft Gottes in dieser Welt. Und das gleich dreifach.

  • Gott kam beim allerersten Weihnachten in einer Krippe an. Als Liebe-Schenker, Erlöser, Perspektiv-Geber, Befreier, als „Gott für uns“. Das feiern wir. 
  • Er kommt heute immer wieder neu bei uns und in uns an. Er ist für uns da. Jetzt und immer. Das spüren und erleben wir. 
  • Am Ende der Zeiten kommt er wieder. In absoluter Herrlichkeit und mit dem Plan für die Vollendung der Welt. Und dann ist alles gut. Wirklich. Das ersehnen wir.  

Sehnsuchtsvolles Warten

Als Zeit des Wartens auf Jesus Christus, auf seine Liebe, Wertschätzung, Erlösung, Befreiung, das Leben, das er schenkt … ist der Advent Zeit der Sehnsucht. Unserer Sehnsüchte nach Liebe, Geborgenheit, Sinn und vielem mehr.

Adventszeit – Sehnsuchtszeit

Nach den wohligen Gerüchen von Zimt und Bienenwachskerzen.
Nach meiner verstorbenen Mutter, die die Adventszeit sehr geliebt hat.
Nach den Geheimnissen, die den Advent in der Kinderzeit umgaben.
Nach Ruhe und Besinnlichkeit.
Nach der diebischen Vorfreude darauf, beschenkt zu werden.
Danach, dass Menschen ihre freundliche Seite wieder entdecken, sich um andere kümmern, spenden und ein liebes Wort finden für alle.
Nach gemütlichen Runden mit lieben Menschen bei Plätzchen, Kerzen und Glüh-Getränken.
Nach Frieden. Für mich und mit mir. Mit anderen, mit der Natur und unserer Welt. 
Nach warmen Licht.
Danach, dass das Jahr einen guten Abschluss findet. Auf nach Hoffnung für das kommende Jahr.
Nach Weihnachtsgeschichten voller Wunder, die meinen Glauben an das Gute stärken.
Nach Familienidylle unterm Weihnachtsbaum.
Danach, dass die alte Geschichte von dem Gott wahr ist, der an Weihnachten ein Kind wird, um sich in unsere Welt hineinzulieben.
Advent: Zeit der Sehnsucht

Wie oft sind wir im Alltag dabei, unsere Sehnsüchte selbst stillen zu wollen? Da müssen Erfolge her, gute Noten, Partner, die mich immer lieben und wertschätzen, erfüllte Wünschen und und und – aber wenn wir ehrlich sind, dann merken wir, dass z.B. auch der größte Erfolg  nicht vollends befriedigt, sondern direkt auf den nächsten schielen  lässt … Wer sich davon gefangen nehmen lässt, wird süchtig. Und geht für Erfolge auch schon mal über Leichen. Sucht zerstört – mich und andere. 

Advent so richtig feiern

Wie heilsam kann da der Advent sein: Seinen Sehnsüchten nachspüren und feststellen, dass sie zu groß sind, als dass sie menschlich erfüllbar wären.

Dass unsere tiefsten Sehnsüchte trotzdem zugleich Gottes Träumen für uns entsprechen, zeigen z.B. die adventlichen  Prophetenworte, die einen Retter, Befreier, Erlöser ankündigen und Bilder nutzen, wie in der Wüste aufbrechendes Wasser, Schwerter, die zu  Pflugscharen umgebaut werden und Wölfe, die mit Lämmern spielen. 

So sagt mir der Advent, dass meine Sehnsüchte keine Illusion sind, sondern Gottes Träumen entsprechen und deswegen eine kommende Welt  verheißen, in der ich wahrhaft zu Hause sein kann; eine Welt voller Licht und Wärme mit erblühenden Herzen und lebendigen, wirklich zufriedenen Menschen. 

So kann ich Advent feiern: Meine Sehnsüchte auf ihren Erfüller ausrichten – auf Jesus und mit Gewissheit darauf warten, dass Gott  selbst in dieses Leben, in diese Durchschnittlichkeit tritt und damit alles verwandelt.

Was die Bibel zu Advent zu sagen hat

Der Adventszeit sind verschiedene Bibeltexte zugeordnet, die sich um prophetische Ankündigungen des Kommens des Messias drehen (etwa Jer23,5-8/ Sach9,9-12/ Jes35,3-10/ Jes40,1-11). Aber auch Texte, die die Zeit vor Jesu Geburt beleuchten – wie etwa Lukas 1,26-37+2,21: Hier kündigt Gott Maria ein Kind an. Ein Kind, wie kein zweites: Gottes Sohn, geboren von einer Jungfrau. Erfüller unserer Sehnsüchte.

Der Name des Kindes scheint Gott dabei besonders wichtig – es soll Jesus heißen. Wenn Menschen einen Namen vergeben, dann weil er schön ist,  oder weil man sich wünscht, dass die Bedeutung dieses Namens für das  Kind Wirklichkeit werde. Wir können das nur wünschen. Wenn Gott einen  Namen vergibt, dann präsentiert er die Wirklichkeit. 

Der Name Jesus bedeutet: Gott hilft mächtig. Gottes Hilfe wird in Jesus sogar eine Person. Gott hilft mächtig. Das stimmt für Israel und die Welt damals wie heute. Das stimmt für mich und alle Menschen um mich herum. Grund genug, Advent zu feiern!

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