Monatsrückblick Oktober 2022 – Energie-Limbo

Hui im Oktober war viel los. Gestartet bin ich voll motiviert und es gab auch einige wirklich tolle Momente und Begegnungen. Insgesamt bleibt aber eher ein schales Gefühl mit Rückblick auf diesen Monat. Und das hat mit meinem ganz persönlichen Energie-Limbo zu tun. Mein Monatsrückblick Oktober 2022:

Energiekrise

Energie-Limbo … manchmal hängt die Stange echt tief und ich komm’ ohne Probleme drunter durch.

Überall liest und hört man von DER ENERGIEKRISE. Manche meinen damit das fehlende Gas, andere den Spritpreis. Manche weisen damit auf eine von ihnen so wahrgenommene Politik- oder Regierungskrise hin, andere denken ganz grundsätzlich an Klimawandel und die Folgen. Aber darum geht es mir hier gar nicht, auch wenn wir familiär schon ganz schön unter hohen Spritpreisen und noch nicht absehbar teuren Heizkosten leiden. Mein Oktober war von einer ganz anderen Energiekrise geprägt: Keine Power, fehlende Motivation, bleierne Müdigkeit und der Unwillen des Gehirns sich lange zu konzentrieren dank Long Covid.

Meine Corona-Infektion ist schon 8 Monate her. Am Anfang war es wie eine sehr, sehr heftige Erkältung mit 1 1/2 Wochen Fieber. Danach, als ich dachte, jetzt wirds besser, war mein Gehirn im Schwerpunkt Brei. Ich lese ja echt gern und viel, aber ich konnte einige Wochen lang keine Romanseite am Stück lesen und hinterher noch wissen, was da eigentlich stand. Nach 7 Wochen zu Hause habe ich mit langsam wieder ans Arbeiten ran getastet und bin mittlerweile die meiste Zeit bei vielleicht 90 % meiner Kraft und Energie angelangt. Das ist grundsätzlich ein großer Grund zu Freude und Dankbarkeit.

Und trotzdem ist es extrem anstrengend, nervig und vor allem unberechenbar. Manche Tage komme ich ganz gut durch und bin abends einfach nur fertig. An anderen Tage ist irgendwann einfach Schluss. Ohne Vorwarnung. Dann macht das Gehirn dicht, die Energie sinkt auf unter null und ich möchte nur noch schlafen. So ging es mir im Oktober an ziemlich vielen Tagen leider. Eine kleine Erkältung hat mich dann dazu noch viel mehr umgehauen, als ich das sonst von mir gewohnt bin und mein Hirn wieder für fast zwei Wochen in eher breiartigen Zustand versetzt … Energie-Limbo vom Feinsten.

Das macht mir tatsächlich Angst. Geht das jetzt bei der Erkältung, die ich früher einfach weggesteckt hätte, so? Mein Arzt hatte dazu noch ein wenig hilfreiches: „Das kann schon jetzt erst mal bei jeder Infektion solche Auswirkungen haben, und ob die danach wieder verschwinden, weiß ja auch keiner“ anzubieten. Puuh. Jetzt leben wir halt irgendwie davon, dass mein Kopf funktioniert (und mit meinen Händen kann ich auch nix), ich denke gern und bilde mir auch dann und wann was darauf ein, dass ich das mit Denken halbwegs gut kann. Dieses Long Covid greift aber auch alles an, was man so hat: Körper, Gesundheit, Energie und Kraft, sowie Identität. Anstrengende Sache. Und das Ende ist offen.

Meine eigene Betroffenheit war mit ein Grund für meine Blogparade #familienhorrorcorona, die noch bis zum 07.11.22 läuft. Vielleicht mag der ein oder die andere ja noch teilnehmen?

Schon wieder älter

Immer wieder überraschend, das mit dem Älter-Werden.

Ein ganzes Jahr älter bin ich im Oktober auch geworden. Keine große Feier, aber Muffins mit der Familie. Und sonst viele Nachrichten, Anrufe, Mails, Briefe und so … wenn die guten Wünsche alle wahr werden, wirds ein Spitzen-Lebensjahr. Danke an alle, die an mich gedacht haben!

Ausstellung: einfühlsame und ehrliche Fotos

Wounded—The Legacy of War. Eine echt intensive Ausstellung. Und nötig. Vor allem nötig.

Ein Highlight war mein Besuch in der Ausstellung „Wounded – The Legacy of War“ von Bryan Adams, die aktuell im Marburger Rathaus zu bestaunen ist. Eine Porträt-Serie mit Bildern versehrter britischer Veteran:innen, die sich und ihre kriegsbedingten Handicaps zu zeigen. Bilder voller Wucht und Härte – und gleichzeitig auch viel Schönheit. Bilder, die verstören und die hässliche Fratze des Krieges zeigen. Aber auch Bilder, die in sich die Aufforderung tragen, hinzuschauen. Krieg nicht einfach Krieg sein zu lassen und zur Tagesordnung überzugehen, sondern uns der Grausamkeit und Entmenschlichung auszusetzen. Und so immer wieder zu dem Schluss zu kommen: „Nie wieder Krieg“ ist das einzig richtige Ziel und unser Leitstern für alles Handeln im Kleinen wie im Großen.

Moment mal

Menschen, die sich einbringen wollen, einfach so, weil ihnen etwas wichtig ist, sind meine Held:innen.

Ich liebe es ja, mit motivierten Menschen zusammen nach zudenken, auszutauschen, Ideen zu spinnen und mit guter Perspektive nach vorn zu planen. So geschehen beim ersten Treffen des erweiterten Redaktionskreises der Serie „Momente für mich“. Das war ein intensiver Tag, vor allem rund um die Frage, wie die Relevanz von Glauben im adaptiv-pragmatischen Milieu deutlich werden kann – und sich dafür sinnvoll Medien entwickeln lassen. Gar nicht so einfach. Aber spannend. Und lohnend. Ideen gesammelt haben wir – und jetzt wird ausprobiert. Ein erster Test mit Umfrage und so findet die Tage auf dem Gnadauer Frauenkongress statt. Sind wir mal gespannt.

Der Oktober in Blogartikeln

Kinder einfach segnen – Grundsatzartikel

Gott geht mit – Was man mit Segen erleben kann.

Was Kinder stark macht – eines meiner Herzensanliegen

Wie Corona mich in Todesangst versetzt hat, und das am Ende eigentlich ganz gut war.

Erntedankbar abc – mein Anmarschweg für Erntedank in 2022.

Was würde ich mit 1 Million Euro machen? So was von gar nicht realistisch, aber trotzdem ’ne spannende Frage.

Ein Tag im Oktober – 12 von 12

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