Das darf echt nicht wahr sein

Gott trägt durch alle Angst

Andacht zu Daniel 6 zum Schulstart 2022

DAS DARF ECHT NICHT WAHR SEIN!

Urlaubserlebnisse

„Mensch Stefan, du warst doch vor Kurzem im Urlaub. Erzähl mal. Wie wars denn?“

„Richtig gut. Also bis auf diese eine Sache.“

„Was denn für eine Sache?“

„Meine Reisegruppe war fröhlich in der Steppe unterwegs. Und ich bewundere gerade die Natur. Da kommt auf einmal ein Löwe um die Ecke. Das darf echt nicht war sein. Ein Riesenvieh! Große Mähne, lautes Brüllen und Zähne. Solche Zähne, sag ich Dir. Überall Muskeln und schnell war der. Der rannte direkt auf uns zu. Einige sind schnell auf einen Baum geklettert, andere haben sich hinter unserem Bus versteckt. Ich bin einfach losgerannt. Die Beine in die Hand genommen. Und so schnell gerannt wie noch nie. 

Der Löwe hinterher. Fast hätte er mich erwischt.

Aber dann ist der Löwe ausgerutscht. Gestolpert. Und ich konnte entkommen.“

„Stefan, das ist ja furchtbar. Dich hat echt ein hungriger Löwe verfolgt. Das war ja mal mega gefährlich. Aber              was für ein Glück, dass du wegrennen konntest und der Löwe ausgerutscht ist. Puuh.

Ich glaube, ich hätte mich so gefürchtet, ich hätte mir einfach in die Hose gemacht vor Angst.“

„Ja – was meinst du denn, worauf der Löwe ausgerutscht ist?“

Angst ist normal?!

Es gibt Situationen im Leben, da kann man echt Angst haben. Da gibt es scheinbar auch keinen Ausweg. 

Es gibt Situationen im Leben, die sind echt sch… ihr wisst schon. 

Von genau so einer Situation erzähle ich Euch jetzt:

DAS DARF ECHT NICHT WAHR SEIN!

Fürsten unter sich

„Das darf echt nicht wahr sein!“, ruft der eine von drei Fürsten im Land dem Zweiten zu. „Hast du das gehört? Unser König, der große Darius, will unseren Fürstenkollegen Daniel befördern. Der soll Oberfürst werden. Der zweite Mann nach dem König. Und was am schlimmsten ist: Daniel soll unser Chef werden!“

„Nein, das darf echt nicht wahr sein! Wenn hier einer befördert werden sollte, dann doch wohl ich. Boah, da bin ich gerade aber so richtig neidisch. Und unfair ist das auch. Warum soll denn ausgerechnet Daniel Oberfürst werden? Das müssen wir verhindern!“

„Na ja, also ich find das ja auch ziemlich doof. Ich will nicht noch einen Chef. Der König reicht doch völlig. Aber wirklich unfair ist es auch nicht. Daniel macht seinen Job einfach so richtig gut. Der ist ein viel besserer Fürst, als du und ich. Die Leute im Land lieben ihn, er trifft voll die klugen Entscheidungen, er ist dem König treu … irgendwie macht er alles richtig und gut.“

„Irgendetwas muss es doch geben, womit wir Daniel beim König schlecht machen können. Zur Not erfinden wir einfach etwas. Daniel darf einfach nicht Oberfürst werden.“

Die Beiden überlegen und überlegen. Aber Daniel ist wirklich ein guter Fürst und toller Mensch. Ihnen fällt einfach nichts ein.

„Es sei denn“, grinst da der eine Fürst „Wenn wir …“ Die beiden tuscheln aufgeregt miteinander und lachen höhnisch. „Ja, so könnte es klappen. So kriegen wir ihn dran!“

Ein fieser Plan

Sie machen sich sofort auf zum König. „König Darius“, rufen sie. „Du bist der beste und tollste König auf der ganzen Welt. Niemand ist so groß, stark und mächtig wie du. Damit alle Menschen sehen, dass niemand toller ist als Du, haben wir einen Vorschlag. Erlasse ein Gesetz, das sagt: Wer im nächsten Monat eine Bitte an irgendwen anders richtet, als an den König, der wird zur Strafe zu den Löwen in die Grube geworfen.“

König Darius fühlt sich geschmeichelt. „Ja das stimmt, denkt er. Ich bin toll. So ein Gesetz ist eine richtig gute Idee. Es zeigt, wie mächtig ich bin.“

Zufrieden grinsend verlassen die beiden Fürsten den Palast. Sie warten, bis alle Menschen im Land das neue Gesetz kennen. Dann legen sie sich vor Daniels Haus auf die Lauer.

Sie müssen nicht lange warten. Da erscheint Daniel am Fenster. Er kniet sich hin. Und betet zu Gott. Genauso, wie er es jeden Tag tut.

„Hab ich’s doch gewusst, jubelt einer der Fürsten leise.“ Schnell springen sie auf, rennen zum König und verpetzen Daniel.

DAS DARF ECHT NICHT WAHR SEIN!

Es wird ernst für Daniel

„Das darf echt nicht wahr sein!“, denkt sich König Darius, als zwei seiner Fürsten vor ihm stehen und berichten. Sie haben Daniel beim Beten erwischt. Er hat seinen Gott um etwas gebeten. 

„Aber das ist ja gegen mein neues Gesetz. Das darf echt nicht wahr sein. Das habe ich nicht gewollt. Daniel ist mein bester Fürst. Und ich mag ihn. Ich will ihn nicht bestrafen.

Was für eine saublöde Idee mit diesem Gesetz. Hätte ich mich bloß nicht darauf eingelassen.“

König Darius schickt die Fürsten weg. Er überlegt den ganzen Tag über, wie er Daniel retten kann. 

Kurz nach dem Abendessen tauchen die beiden Fürsten wieder auf: „König, Ihr müsst das Gesetz vollstrecken“, sagen sie und sehen ziemlich fröhlich dabei aus. „Ihr müsst Daniel in die Löwengrube werfen.“

Kein Ausweg in Sicht

„Ich erkläre das Gesetz einfach für ungültig“, ruft König Darius ihnen zu. Aber damit hatten die Fürsten schon gerechnet: „Ihr wisst dass das nicht geht, mein König. Ihr selbst habt dieses Gesetz als ein besonderes Gesetz erlassen. Als ein Gesetz der Meder und Perser. Das kann keiner wieder rückgängig machen. Nicht einmal der König.“

König Darius sackt auf seinem Thron zusammen. Er weiß, die Beiden haben Recht. Es gibt keinen Ausweg.

Niedergeschlagen gibt der König seinen Soldaten den Befehl: „Verhaftet Daniel. Er hat gegen das neue Gesetz verstoßen und zu seinem Gott gebetet. Werft ihn zu den Löwen in die Grube.“

DAS DARF ECHT NICHT WAHR SEIN!

Ob Daniel jetzt Angst hat?

„Das darf echt nicht wahr sein!“, will Daniel gerade laut ausrufen. Er soll bestraft werden, weil er mit Gott gesprochen hat? Das macht er doch immer. Jeden Tag. Das ist so wichtig für ihn, wie Wasser und Essen. Nur deshalb ist er doch so ein guter Fürst. Weil er alle Fragen und Entscheidungen mit Gott bespricht. Und jetzt soll er dafür sterben? Das darf echt nicht wahr sein!

Da bemerkt er auf einmal, wie still es in der Löwengrube ist. Müssten die Löwen nicht laut brüllen? Müssten sie ihn nicht angreifen?

Als die Soldaten eben den großen Stein vor den Eingang zur Grube gerollt haben, und noch etwas Licht in die Grube fiel, hatte Daniel sich die Löwen gut angeschaut. Die haben gegähnt und dabei ihre Mäuler weit aufgerissen. Man konnte die vielen scharfen Zähne blitzen sehen. Daniel hatte große Angst.

„Aber was ist denn los mit diesen Löwen?“ fragt er sich bibbernd. 

So langsam gewöhnen sich seine Augen an die Dunkelheit. Er kann die Grubenwand erkennen, sieht seine eigene Hand wieder vor Augen und dann sieht er auch die Löwen wieder. Sein Herz schlägt noch schneller. Gleich werden sie angreifen.

Gott hat was gegen Angst

Plötzlich sieht Daniel eine Gestalt zwischen den Raubtieren. „Wie kann das sein? Ich bin doch allein hier bei den Löwen eingesperrt worden.“ 

Da hört er, wie die Gestalt ihm etwas zuflüstert: „Hab keine Angst Daniel. Gott ist bei dir. Er beschützt dich.“

„Das muss ein Engel sein,“ fährt es Daniel durch den Kopf. Er sieht genauer hin und staunt nicht schlecht. Der Engel hält den Löwen das Maul zu. 

Ihm kann nichts passieren. Gott ist da. 

Da ist alle Angst wie weggeblasen.

DAS DARF ECHT NICHT WAHR SEIN!

Fürsten in Angst

„Das darf echt nicht wahr sein!“, wimmert einer der beiden fiesen Fürsten. „Die Löwen haben Daniel nicht gefressen. Der König hat gleich heute morgen nachgeschaut. Daniel lebt. Es geht ihm gut. Er hat noch nicht mal einen Kratzer. So ein Mist. Das darf  echt nicht wahr sein!

Jetzt weiß der König, dass unser Gesetz Mist war. Vielleicht ahnt er sogar, dass wir Daniel damit loswerden wollten. Er wird uns bestimmt hart bestrafen.“

Noch während er das sagt, öffnen die Soldaten von König Darius die Haustür. Sie nehmen beide Fürsten gefangen.

Ein glücklicher König

„Ich bin so glücklich, dass dir nichts passiert ist“, sagt König Darius mit Tränen im Gesicht. Er nimmt Daniel fest in den Arm und will ihn gar nicht mehr loslassen. „Ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. So eine Angst hatte ich um Dich. Und heute früh musste ich mit dem ersten Sonnenstrahl zur Grube rennen und nach dir sehen.

Aber sag mal: Was ist passiert? Warum haben die Löwen dich nicht angerührt? Wie kann denn das gehen?“

Daniel erzählt von dem Engel. Dem Engel, den Gott geschickt hat. Der die ganze Nacht über den Löwen das Maul zugehalten hat. „Gott hat mich gerettet“, beendet Daniel seine Geschichte.

„Es tut mir so unendlich leid“, sagt der König. „Ich hätte dieses dumme Gesetz nie unterschreiben dürfen. Du hast es richtig gemacht. Ich hätte niemandem verbieten sollen, zu deinem Gott zu beten und ihn um etwas zu bitten. Dein Gott ist noch viel stärker und mächtiger als ich. Und ich bin ihm echt dankbar, dass er dich beschützt hat!“

DAS DARF ECHT WAHR SEIN!

Im Thronsaal des Palasts sitzen viele Männer bewaffnet mit Stift und Papier. Jeder soll in seiner Sprache eine wichtige Nachricht des Königs aufschreiben. Und diese Nachricht soll dann im ganzen Land verteilt werden. So dass alle sie hören und lesen können.

Da betritt König Darius den Saal.

„Schreibt folgende Nachricht auf und verbreitet sie in meinem ganzen Reich“, sagt er. 

„Frieden für euch. Heute Nacht ist in meinem Palast ein Wunder geschehen. Gott hat Daniel in der Grube vor den Löwen beschützt. Das ist echt wahr. Dieser Gott ist groß und mächtig. Mächtiger als ich. Deswegen wünsche ich mir, dass alle Menschen in meinem Reich Daniels Gott vertrauen. Dieser Gott ist der wahre Herrscher. Er kann wirklich helfen und retten. Meine lieben Landsleute: Es lohnt sich, zu diesem Gott zu beten.“

DAS DARF ECHT WAHR SEIN!

So etwas Schlimmes wie Daniel musste von uns zum Glück noch niemand erleben. In eine Grube voll hungriger, brüllender Löwen geworfen werden … grässlich.

Aber Angst haben wir ja auch immer mal wieder. Also ich zumindest.

Auch in scheinbar ausweglosen Situationen stecken wir immer wieder. Also ich zumindest.

Vielleicht …

  • hast du ein bisschen Angst vor der Dunkelheit.
  • ist dir etwas mulmig im Bauch, wenn du an den ersten Schultag denkst.
  • ärgern dich einige Leute in der Schule ständig und das versaut dir den ganzen Spaß. Jetzt hast du Angst, dass das im neuen Schuljahr so weiter geht.
  • hast Du Angst vor den Auswirkungen des Ukraine-Krieges.
  • wird dir ziemlich mulmig im Bauch, wenn du die steigenden Preise siehst und weisst nicht, wie du durch diesen Herbst und Winter kommen sollst.
  • hast du dich mit einem lieben Menschen gestritten und Dinge gesagt, die falsch waren. Und jetzt hast du Angst, dass eure Freundschaft kaputt ist und dieser Mensch nicht mehr zu deinem Leben gehört.

Es gibt viel was uns Angst machen kann und viele Situationen ohne ersichtlichen Ausweg. Viele erleben das wahrscheinlich genau heute.

Und Gott? Macht er es bei uns wie bei Daniel? Ist er bei uns? Rettet er uns?

Das ist echt wahr

Gott ist immer da.

Egal wie es uns geht. Egal was passiert. Auch wenn wir uns ganz alleine fühlen. Gott ist da. Bei uns. Ganz nah. Du bist nie allein. Was für eine Erleichterung. Was für eine Ermutigung.

Das ist echt wahr: Ganz oft sendet Gott Hilfe. Er sendet Engel.

Die Mama kommt und vertreibt die Dunkelheit mit einem Nachtlicht.

Eine Mitschülerin aus deiner Klasse lächelt dich freundlich an. Und das mulmige Gefühl im Bauch verschwindet.

Freunde aus der Gemeinde bringen dir reichlich Essen vorbei, wenn du nicht mehr weisst, wie du den Einkauf bezahlen sollst.

Heikos Medien-Angst

Vor zwei Jahren habe ich angefangen bei den Marburger Medien zu arbeiten. Alles war neu. Die Menschen. Das Büro. Die Aufgaben. Ich hatte auf einmal Verantwortung für Dinge, von denen ich gar nicht so richtig Ahnung hatte. Menschen haben sich bei mir beschwert, dass meine Texte auf Karten zu wenig von dem oder zu viel von was anderem enthielten. Auch mit vielen Überstunden schaffte ich es kaum, die nötigen Texte zu schreiben und pünktlich abzugeben.

Ich hatte Angst, dass ich das alles gar nicht kann. Dass ich da falsch bin. Und dass ich’s falsch mache.

Aber was sollte ich tun? Ich musste ja meinen Job machen. Ich konnte ja nicht einfach zu Hause bleiben und die Decke über den Kopf ziehen. Auch wenn ich das gern getan hätte.

Und dann hat mir nach einer Andacht im Mitarbeiterkreis ein Mitarbeiterin gesagt: „Heiko, ich habe den Eindruck, du passt total gut zu uns. Du magst Jesus und kannst begeistert von ihm schreiben. Du bist genau der Richtige für diesen Job!“. 

ich habe selten etwas Schöneres gehört. Ich konnte mich in dem Moment entspannen und die Frage, ob ich da richtig bin habe ich mir seitdem tatsächlich nicht mehr gestellt.

Gott war da. Und hat mir einen Engel geschickt.

Gott ist da. Und Gott hilft, trägt durch, schenkt eine andere Perspektive und gibt uns Hoffnung an der wir uns festhalten können.

Wer Gott vertraut, der kann mutig sein. 

Und darf nach Engeln Ausschau halten, die gegen Angst und Ausweglosigkeit unterwegs sind. 

Vielleicht entdeckst ja gleich morgen ein Engel von Gott für dich? Beim Start in die Woche, dem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub oder dem ersten Schultag.


Und hier das Ganze noch mal zum Anhören:

Mehr Pastorenblabla mit Heiko? Hier entlang bitte.

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